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Rüsselsheim
Von Martin Gebhard
RADBALL-DM Titelverteidiger RMSC kassiert späte Gegentreffer
Viel hat nicht gefehlt - und der Rad- und Motorsportclub Rüsselsheim (RMSC) hätte erneut den großen Coup gelandet. Und das vor heimischer Kulisse im altehrwürdigen Stadion „Am Sommerdamm“. Der aktuelle Titelträger erstrampelte sich - vor allem wegen einiger später Gegentreffer - „nur“ den dritten Platz. Neuer Deutscher Meister wurden die Routiniers von RSV Bramsche II v or RKB Hamburg-Bille.
Titel verloren, aber den neuen Meister gekürt: Durch einen 3:1-Sieg im letzten Turnierspiel über RSV Hamburg-Bille verhalfen die Sechser-Radballer des RMSC Rüsselsheim (hinten Andreas Kreim) dem RSV Bramsche II im Stadion zum DM-Triumph. Foto: Vollformat/Alexander Heimann
Die „Pedalritter“ aus der Opelstadt starteten am ersten der beiden Wettkampftage furios und feierten vor 400 Zuschauern gleich drei Siege gegen insgesamt acht Gegner. „Gegen die verstärkte Mannschaft des RSV Jänkendorf lief alles rund“, freute sich Steffen Wulle, Vorsitzender und Aktiver des RMSC in Personalunion. Eiskalt brachte der Rüsselsheimer Abwehrspieler Andreas Kreim zwei Siebenmeter im Tor der Ostsachsen unter (5./22.). Nach zwei Mal 15 Minuten auf einem halben Fußballfeld hieß es 2:0. Und weil’s so schön war, legten sich die Platzherren im Alter von 15 bis 46 Jahren in der zweiten Partie erneut mächtig ins Zeug und schnappten sich gegen die junge erste Vertretung aus Bramsche den zweiten „Dreier“. Das goldene Tor erzielte Verteidiger Christian Angermair in der ersten Halbzeit. „Es war ein herrliches Kopfballtor“, schwärmte Wulle. Auch gegen die Oberfranken des RKB Bamberg-Gaustadt dominierten die Einheimischen. Mit einem Bogenlampen-Kopfball erzielte Michael Ritter die Führung - bereits nach 10 Sekunden. In Minute 10 erhöhte Kreim auf 2:0, so dass der Anschlusstreffer verkraftbar war.
Dennoch habe sich bemerkbar gemacht, „dass die Mannschaft erst richtig beim Turnier zusammenspielen konnte“, bedauerte der RMSC-Boss. Denn aus beruflichen Gründen wohnen seine Teamkameraden Oliver Wulle und Ritter in München beziehungsweise in der Schweiz. In der dritten Partie gegen die Oberfranken aus Bischberg kam die Mannschaft vom Untermain über ein 1:1 nicht hinaus. Ritter schoss die Platzherren in Führung (12.). „Zehn Sekunden vor Schluss gleichen die aus“, konnte es Wulle nicht fassen. „Wir hätten besser zumachen müssen“, raufte sich der 38-Jährige die Haare. Beim 0:4 gegen den späteren Meister traten erste Konditionsmängel auf.
Pechschwarze Wolken zogen am zweiten Tag auf. Der Stadionrasen war entsprechend tief. Da halfen auch nicht immer grobprofilige Hinterräder mit Noppen. Zudem zogen sich die meisten Akteure dicke Socken über die Schuhe - um nicht von den Pedalen zu rutschen. Dafür rutschte der gastgebende Titelverteidiger im wahrsten Sinne des Wortes aus und unterlag auf seifigem Untergrund RSV Niederseifersdorf 0:1 - vier Sekunden vor dem Abpfiff.
„Aufs Treppchen wollten wir aber unbedingt“, stellte Wulle klar. Deshalb mobilisierten der RMSC noch mal alle Kräfte. Mit frenetischer Unterstützung der Spielerfrauen schafften sie noch zwei souveräne 3:1-Siege. Gegen RMSV Düsseldorf machte der RMSC durch Andreas Angermair (2) und ein Eigentor alles klar. Rund 100 Zuschauer feuerten den RMSC im abschließenden Match gegen die Hamburger an. Nach dem 0:1 der Norddeutschen (4.) egalisierte Andreas Angermair (7.). Christian Angermair drehte die Partie mit einem herrlichen Kopfball (18.). Nach schöner Vorarbeit von Michael Ritter erhöhte Angermair und Ritter baute die Führung aus (28.). Und ließ bei den Niedrsachsen aus Bramsche die Korken knallen...
RMSC Rüsselsheim: Bernhard Soltau, Oliver und Steffen Wulle, Andreas und Christian Angermair, Michael Ritter, Andreas Kreim, Benjamin Heinrich, Hans-Peter Barth.